Wirtschaft

Neben der land- und forstwirtschaftlich bereitgestellten Biomasse stehen Reststoffe und Abfälle biogenen Ursprungs für die energetische Nutzung zur Verfügung. Hierzu zählen, neben dem Alt- und Gebrauchtholz, Bioabfälle (z.B. die Biotonne), Gülle/Festmist und Getreidestroh. Der Erschließung dieses in großen Teilen noch unerschlossenen Potenzials wird in Zukunft im Vordergrund stehen. Die energetische Nutzung von biogenen Rest- und Abfallstoffen trägt dazu bei, mögliche Nutzungskonflikte zwischen der energetischen und der stofflichen Nutzung von Biomasse zu vermeiden oder zu vermindern. Bei neuen Anlagen im Strombereich sollen zukünftig vor allem Abfall- und Reststoffe zum Einsatz kommen.

Insgesamt wurden im Jahr 2015 ca. 14,5 Mrd. € in die Errichtung von Erneuerbare-Energien-Anlagen investiert. Davon alleine 1,44 Mrd. € nur in Bioenergie-Anlagen . 0,5 Mrd. € in Anlagen zur Stromerzeugung und 1 Mrd. € in Anlagen zur reinen Wärmeproduktion. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Investitionen in den Neubau, zu einem geringen Teil auch um die Erweiterung oder Ertüchtigung von Anlagen. Neben den Investitionen der Energieversorgungsunternehmen sind auch die Investitionen aus Industrie, Gewerbe, Handel und privaten Haushalten enthalten.

Die wirtschaftlichen Impulse aus dem Betrieb der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien (inkl. Biokraftstoffe) legten im Vergleich zu 2014 von 14,4 auf 14,7 Mrd. Euro leicht zu. Sie übertrafen damit erstmals die Investitionen. Dies war vor allem Folge der steigenden Aufwendungen für Wartung und Betrieb des wachsenden Anlagenparks. Rück-läufige Umsätze beim Absatz von Biokraftstoffen wurden damit mehr als ausgeglichen. Die wirtschaftlichen Impulse über Anlagen zur Stromerzeugung aus Biomasse lagen im Jahr 2015 bei 4,6 Mrd. €. Über Wärmeerzeugungsanlagen konnten 2,9 Mrd. € umgesetzt werden. Die wirtschaftlichen Impulse zum Betrieb von Anlagen für die Biokraftstoff.Produktion lagen 2015 bei 2,6 Mrd. €.

Erneuerbare Energien sind in den letzten Jahren zu einem wichtigen Jobfaktor geworden. Etwa 355.400 Menschen sind durch die Produktion, Installation und Betrieb von Erneuerbare-Energien schon in Lohn und Brot (Stand 2014). Insbesondere strukturschwächere Regionen kam der Ausbau Erneuerbarer Energien zugute, hier konnte eine große Anzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Ausbau Erneuerbarer Energien wirkt dabei auch in Regionen, die nicht viele Erneuerbare-Energie-Anlagen aufstellen können oder wollen als Jobmotor. Durch den erheblichen Zulieferbedarf werden durch die Energiewende auch in klassischen Branchen viele Arbeitsplätze geschaffen.

© Bundesverband Bioenergie e.V. 2017