Dialogforum

Das Dialogforum wird vor dem Hintergrund folgender Aspekte durch den BBe durchgeführt:

Internationale und nationale Vorgaben für den Klimaschutz

Das internationale Klimaschutzabkommen von Paris im Dezember 2015 erzielte einen großen Erfolg für einen global dringend notwendigen Klimaschutz: es konnte ein gemeinsames Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 2 ° C über das vorindustrielle Niveau bis zum Ende des Jahrhunderts vereinbart werden. Alle unterzeichnenden Staaten sind nun aufgerufen, durch nationale Maßnahmen die vereinbarten Reduzierungen klimarelevanter Emissionen zügig umzusetzen. So setzt die Bundesregierung gegenwärtig ein Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 um und bereitet einen Klimaschutzplan 2050 vor. Alle Wirtschaftssektoren, so auch die Land- und Forstwirtschaft sowie die Energiewirtschaft, müssen dabei substantielle Beiträge zum Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele erbringen.

Aktuelle Klimaschutzleistung durch die Bioenergie

Durch Nutzung der Bioenergie – statt fossiler Energie - konnten in 2015 nach den offiziellen Zahlen der Bundesregierung die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 65,9 Mio. t (in CO2-Äquivalenten) gesenkt werden. Damit erbringt die Bioenergie rund 43% der CO2-Minderung sämtlicher erneuerbarer Energien und somit den weitaus größten Beitrag zum Klimaschutz. Ursprünglich waren von der Bioenergie bis 2010 sogar CO2-Senkungen von 85 Mio. t erwartet worden – ein Drittel sämtlicher angestrebten CO2-Einspar- und Ersatzmaßnahmen. Dass dieses Potential nicht gehoben werden konnte, liegt in erheblichem Maß an der politischen Ausbremsung der Bioenergie durch die Änderung der förderpolitischen Rahmenbedingungen des EEG in der kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung und des Energiesteuergesetzes für die Biokraftstoffproduktion.

Mögliche additive Klimaschutzleistung durch die Bioenergie bis 2020 und darüber hinaus

Die Bioenergie erbringt derzeit 7,96% des Endenergieverbrauchs – Wärme, Kraftstoffe, Strom - in Deutschland. Verschiedene wissenschaftliche Studien, auch im Auftrag der Bundesregierung, bestätigen, dass sich dieser Beitrag mit heimischer, nachhaltig erzeugter und effizient genutzter Biomasse auf 15% annähernd verdoppeln ließe - ohne in Konkurrenz zu einer gesicherten Nahrungsmittelerzeugung und zur stofflichen Nutzung zu stehen. Das bedeutet, allein mit konsequenter Nutzung heimischer Bioenergie ließen sich die Treibhausgasemissionen (in CO2-Äquivalenten) um jährlich bis zu 120 Mio. t. senken! Unverzichtbare Voraussetzung hierzu ist allerdings, dass für die Bioenergiebranche verlässliche Zukunftsperspektiven bis und über 2020 hinaus geschaffen werden.

Notwendigkeit der Anerkennung der Klimaschutzleistung durch die Bioenergie und eines gesellschaftspolitischen Dialogs

Was somit gegenwärtig fehlt, ist die politische und gesellschaftliche adäquate Anerkennung und Wertschätzung der bestehenden und zukünftigen Klimaschutzleistungen und -potentiale der bundesdeutschen Bioenergiebranche und somit auch der bundesdeutschen Land- und Forstwirtschaft. Die umfängliche inhaltliche Integration der Bioenergie in das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und den Klimaschutzplan 2050 ist somit für die Branche eine dringende und existentielle Herausforderung. Die Bioenergie ist im Schulterschluss mit der Land- und Forstwirtschaft Teil der Lösung für einen erfolgreichen Klimaschutz. Die Eröffnung eines diesbezüglichen gesellschaftspolitischen Dialogs ist das primäre Ziel des Dialogforums „Welchen Beitrag kann die Bioenergie zum Klimaschutz erbringen?“ am 13.6.2017 in Berlin.

Weiter Informationen hierzu finden Sie unter:
www.klimaschutz-bioenergie.de

Ansprechpartner:
Bernd Geisen

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